Der Pacamara ist einzigartige Kreuzung aus Maragogype und Pacas. Ein rebellisches Wachstum, mit längerer Reifezeit als alle anderen Arabicapflanzen, ermöglicht faszinierende Aromen und Komplexität in der Tasse. In dieser Ernte durch die Natural Aufbereitung ergänzt, erhalten wir mit unserem ersten Natural Pacamara aus El Salvador eine wahrhaftige Geschmacksbombe - wie unsere Kunden zu sagen pflegen.
KAFFEEFARMER Andres Quintanilla · HERKUNFT El Salvador · KAFFEFARM Finca La Buena Esperanza · PLANTAGE Finca La Palma · PARZELLE Castillo · ANBAUHÖHE 1100 m · VARIETÄT Pacamara · VERARBEITUNG Natural · BOHNENGRÖßE 17 UP · ERNTEMENGE 720 kg
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So wie es in der Welt des Weins einige „Go-to“-Rebsorten gibt, die stets ein Schmunzeln auf die Lippen zaubern und für zufriedenen Genuss sorgen, gibt es in der Kaffeewelt eine klare Entsprechung: die Varietät Pacamara!
Ob professionelle Verkostung auf der Plantage oder im geschulten Team einer Rösterei, als öffentliches Event oder alleine auf seinem Balkon - ein Pacamara wird immer aus der Menge herausstechen. Die einzigartige Genetik und Verbreitung über die Herkunftsländer Lateinamerikas, sorgen für einen Wiedererkennungswert und Geschmacksfreude, die ihresgleichen sucht.
Die Kreuzung aus einem der drei Haupt-Bourbons El Salvadors "Pacas" und den Riesenbohnen "Maragogype", bietet viel Potenzial in der Tasse.
Aufgrund der Maragogype Genetik sind Pacamaras die zweitgrößten Bohnen der Welt.
Doch Kreuzungen klappen nicht immer so wie man möchte, deshalb sind alle Pacamaras auf der Welt weiterhin instabil in ihrer Genetik. So zerfallen aktuelle Pflanzungen auch noch in ihre Bestandteile (Pacas / Maragogype).
Wir haben das Glück, bei Andres Quintanilla in El Salvador, der die Samen von Tomas Edelmann erhielt, bereits F7 Generationen zu haben. Das ermöglicht das bislang stabilste Wachstum einer Pacamara Pflanze, sodass uns gesunde Erntemengen erreichen.
In der Geschichte des Kaffees haben sich nur zwei Herkunftsländer auf die trockene Aufbereitung – das sogenannte Natural Processing – spezialisiert: Brasilien und Äthiopien. Gerade diese Methode macht ihre Kaffees so einzigartig, unverwechselbar und wiedererkennbar.
Doch die Welt dreht sich weiter, und auch die Specialty-Coffee-Szene hat in den letzten Jahren den Wunsch entwickelt, Naturals aus anderen Ländern zu erleben. Die ersten kamen vermutlich aus Costa Rica, bevor weitere lateinamerikanische Länder folgten.
Wir hatten etwa das Glück, 2016 den ersten Natural-Kaffee aus Mexiko zu erhalten: die legendäre Huixtla-Ernte. Der Sohn unseres Farmers wagte eine kleine, riskante Ernte der Riesenbohne Maragogype. Das Ergebnis war beeindruckend: ein intensives Kakao-Trauben-Aroma, das seitdem unsere Rösterei begleitet und uns schon damals in jungen Jahren einen Wiedererkennungswert bis nach Frankfurt und andere Specialty-Hochburgen bescherte.
Im Laufe der Jahre kamen viele weitere Länder hinzu, und es lässt sich wohl sagen: Naturals sind aktuell begehrter denn je, oft noch mehr als gewaschene Kaffees.
Auch von Andres Quintanilla hatten wir vor einigen Jahren die Santa Maria Norte (var. Centroamerica) und die Varietät Marsellesa als Natural. Diese kleinen Chargen waren im Handumdrehen vergriffen. Die Risiken für Kaffeebauern sind dabei hoch: Regen nach der Pflückung oder ungünstige Feuchtigkeitsverhältnisse können schnell dazu führen, dass die Kaffeekirschen verschimmeln, statt den kontrollierten Fermentationsprozess zu durchlaufen, der Naturals ihre vielfältigen, spannenden Aromen verleiht.
Andres bewirtschaftet zwei Plantagen – und dieser Pacamara wächst tatsächlich auf der neueren Farm „La Palma“.
In der Vergangenheit hatten wir gewaschene Pacamaras von der Parzelle „La Punta“ probieren. Diese stammten von seiner Hauptplantage La Quintanilla, wurden in zwei Pflückrunden verarbeitet und sind inzwischen vollständig ausverkauft. Während wir dort jeweils nur eine ein-Sackernte zur Verfügung hatten, können wir bei diesem Natural-Pacamara auf rund 720 kg zurückgreifen.
Als vergleichsweise junger Farmer – damit ist sowohl die Zusammenarbeit seit 2016 als auch seine knackigen Anfang 40 – steht Andres noch am Beginn einer hoffentlich langen Laufbahn. Wir sind überzeugt, dass wir in Zukunft viele weitere Naturals von ihm sehen werden.
Geplant war, den Kaffee bereits 2022 zu erhalten und für unseren Adventskalender einzuplanen. Umso größer war der Schock, als die Ernte kurz vor der Verschiffung von Insekten befallen wurde – süß und fruchtig ist nicht nur bei uns beliebt.
Ein Jahr später erreichte uns der Kaffee schließlich frisch und wurde Teil des Adventskalenders 2023. Tatsächlich war es eines der Türchen, zu denen wir das meiste Feedback erhalten haben. Auch wir waren begeistert. Gleichzeitig merkt man: Die Pflanzen auf La Palma sind noch jung, und Andres sammelt weiterhin Erfahrung mit Riesenbohnen in der trockenen Aufbereitung.
Nach vielen verschiedenen Röstprofilen ist es unserem Röstmeister gelungen, ein nahezu einheitliches Bohnenbild zu erzielen. Auch die Feuchtigkeitsmessungen zeigten keinerlei Auffälligkeiten. Möglicherweise liegt es schlicht am jeweiligen Erntejahr.
Das erinnert uns stark an den Maragogype Natural aus Mexiko: optisch alles andere als perfekt – geschmacklich jedoch herausragend. Ähnlich verhält es sich hier. In der Tasse ist dieser Kaffee ein echter Genuss, und darauf kommt es am Ende an.
Als transparente Kaffeerösterei möchten wir diese Erfahrungen offen mit euch teilen. So wisst ihr, warum gelegentlich eine Bohne etwas dunkler ausfallen kann als die andere – und warum wir dennoch voll und ganz hinter diesem Kaffee stehen.
Aktuell präsentieren wir eine mittelkräftige Röstung, die sich für alle Brühmethoden eignet.
Filterliebhaber dürfen sich auf eine ausdrucksstarke, saftige Tasse freuen: viel Körper, pinke Grapefruit und feines Marzipan. Ob Aeropress, French Press, Hand Brew oder sogar Cold Brew – diese Röstung trifft den Punkt.
Als Espresso zeigt sich der Kaffee besonders beeindruckend in Milchgetränken. Süßes Dörrobst, Mandeln und ein satter Körper treffen auf eine angenehm eingebundene Röstaromatik.
Es ist tatsächlich die letzte Charge dieser Ernte. Leider hat Andres aufgrund fehlender Trocknungsanlage enorme Schwierigkeiten mit Naturals, weshalb wir nach wie vor auf eine Folgeernten nur hoffen können.
