Taioba

So genannte "Amber Coffees" sind selten zu finden, da sie mit dem reduzierten Ertrag nicht ins wirtschaftliche Bild passen. Kein Weinliebhaber würde Alte Reben abstoßen, deshalb konzentrieren wir uns hier auf den reifen und komplexen Geschmack dieser +50 Jahre alten Kaffeepflanzen.

Taioba (alte Reben)

KAFFEEFARMER Walter & Ednilson Dutra · HERKUNFT Brasilien · KAFFEFARM Fazendas Dutra · PLANTAGE Àgua Limpa · PARZELLE Taioba · ANBAUHÖHE 1200 m · VARIETÄT Mundo Novo Amarelo · VERARBEITUNG Pulped Natural · BOHNENGRÖßE 16 UP · ERNTEMENGE 720 kg

 

Um frisch gemahlenen Kaffee zu erhalten, schreiben Sie uns bitte im Notiz-Feld des Bestellprozesses für welche Zubereitung wir den Mahlgrad einstellen sollen. Ansonsten versenden wir die Bestellung als ganze Bohnen.

 

Mittelkräftige Röstung, Taioba, Alte Reben, Pulped Natural

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Mundo Novo Amarelo

Die Varietät "Mundo Novo" (Neue Welt) ist eine Kreuzung aus den zwei ältesten Linien der Kaffeeart Arabica. Das sind die Varietäten "Bourbon" und "Tipica", die als alte Varietäten gemeinsam die "Neue Welt" formen sollen.

Ursprünglich als eine Lösung gedacht, um die zu großen Tipica Kaffeepflanzen mit der Dichte und dem Geschmack der Bourbon Pflanzen zu ergänzen, entpuppte sich die Kreuzung als sehr aufwendige Arbeit, denn der Mundo Novo wächst bis zu 4 Meter hoch.

Diese Pflanzen benötigen enorm viel Platz, sind beim Wachstum sehr pflegeintensiv und erfordern viel Arbeit beim Ernten, deshalb findet man sehr wenig Mundo Novo auf der Welt - er ist bei herkömmlichen Kaffeebauern einfach unbeliebt.

Noch viel weniger beliebt ist der gelbreife Mundo Novo, da dieser in sehr feuchten Gebieten dazu neigt seine Kaffeekirschen einfach fallen zu lassen und man so Ernte einbüßt. Deshalb gibt es unseres Wissens nach keinen einzigen gelben Mundo Novo außerhalb dieser Farm - weltweit!

Spätlese oder Alte Reben?

In einem Erntejahr haben sich die Jungs und Mädels auf der Fazendas Dutra etwas besonderes einfallen lassen und ließen die Kaffeekirschen länger am Ast reifen, um einen Edelschimmel zu ermöglichen. Dafür eignen sich die gelben Kirschen besonders gut, da diese eine dünnere Haut als rote Kirschen haben.

So konnte man 2019 und 2020 unseren sogenannten "Late Harvest" Taioba genießen. Mittlerweile ist dieser ausgetrunken und aufgrund der besonderen Wetterbedingungen, die hierfür benötigt werden, können wir nicht sagen ob oder wann nochmal so eine Ernte entsteht.

Nicht weniger spannend ist ein Fleckchen auf der Parzelle Taioba, wo die ältesten gelben Mundo Novos der Fazendas Dutra wachsen. Wir haben hier über 50 Jahre alte Kaffeepflanzen, die zwar weniger Ertrag bieten, jedoch in Geschmackstiefe und Balance den jungen Pflanzen weit überlegen sind.

Wir haben uns also entschlossen euch diese wunderbaren alten Reben als Nachfolger der Spätlese anzubieten.

Was bringt ein geringerer Ertrag?

Wie immer gilt: was für herkömmliche Plantagen und die Industrie uninteressant ist, ist für uns umso spannender!

Während industrielle Kaffeefarmen bereits nach fünfzehn Jahren ihre Pflanzen rausreißen, weil diese erste "Altersschwächen" zeigen und weniger Ertrag bieten, sind unsere Kaffeebauern sehr stolz auf das Erbe ihrer Ahnen.

Die moderne, aufgeklärte Konsumkultur, kennt sehr wohl den Vorteil alter Pflanzen. Die weitaus tiefere Wurzelbildung und das umfangreichere Biosystem dieser sogenannten "amber coffees" resultiert in einem sehr breiten und sogar konzentrierterem Geschmacksprofil, vergleichbar mit einer Flasche Wein aus alten Reben.

Diese geschmackliche Komplexität ist für uns eine Erfahrung und ein Gewinn, den wir immer in Kauf nehmen werden, deshalb bezahlen wir der Fazendas Dutra zuzüglich die Differenz zum Ertrag einer jungen Pflanze, um weiterhin diese Ideologie ohne wirtschaftliche Einbußen verfolgen zu können.

Röstung und Geschmacksprofil

Wir fahren hier ein ähnliches Röstprofil wie bei der Late Harvest Version, da sich im Grunde am Kaffee nichts geändert hat. Es ist weiterhin ein gelber Mundo Novo auf gleicher Anbauhöhe und Boden, der als pulped natural aufbereitet wird.

Dennoch schmeckt der Kaffee anders. Während es beim Late Harvest dunkle Beeren waren, begegnen uns hier beim Taioba aus alten Reben eine Art Schwarzkirschsirup. Also schon etwas dunkel-fruchtiges aber deutlich mehr im dichten und etwas bitteren Segment.

Die letztjährige Kakao-Note ist weiterhin schokoladig wahrzunehmen. Nur der Waldhonig ist komplett weg. Vermutlich war das der Spätlese geschuldet und die Süße erscheint jetzt in dieser Sirup-artigen Form, was auch für ein sehr cremiges Mundgefühl sorgt.  

Ein unglaublich angenehmer Espresso und auch als kräftiger Filterkaffee möglich.

Es besteht kein Zweifel, dass Taioba-Fans weiterhin ihren Spaß haben werden, nur eben in einer neuen Version, die nicht mehr oder minder spannend ist!

Fazendas Dutra