sarchimor

Unser erster exklusiver Parzellenkaffee aus Mexiko. Ein sortenreiner Sarchimor als natural aufbereitet. Eingelegtes Steinobst, hohe Süße und eine reale Möglichkeit des zukünftigen Kaffeeanbaus! 

Sarchimor

KAFFEEFARMER Tomas Edelmann Blass · HERKUNFT Mexiko · KAFFEFARM Finca Hamburgo · PLANTAGE Finca Chiripa · PARZELLE Iglesia · ANBAUHÖHE 800 m · VARIETÄT Sarchimor · VERARBEITUNG Natural · BOHNENGRÖßE 15up · ERNTEMENGE 180 kg

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Sarchimor, Natural, Finca Hamburgo

11,90 €

47,60 € / kg
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Finca Hamburgo, Mexiko

Sarchimor

Bereits 2017 hatten wir unseren ersten "Sarchimor" von Jacob Mammen (Badra Estates, Indien) bezogen und gelangen recht früh in unserer Röster-Karriere in den Genuss dieser einzigartigen Varietät. Nun freut es uns umso mehr den Kaffee auf einem ganz anderen Terroir und mit der Handschrift eines anderen Kaffeebauern zu erleben.

Wir haben hier die Kreuzung aus einem "Villa Sarchi" (Arabica aus Costa Rica) und einem "Hibrido de Timor" (Hybrid aus Timor) - nun wäre die Frage wie kommt so ein Kaffee nach Mexiko und was bedeuten überhaupt diese Begriffe?!

 

Entstehung

Als der Kaffeerost in den 70er Jahren Zentralamerika erreichte, fingen Forscher an, nach einer Lösung zu suchen. Ein Pilz, der Kaffeeblätter befällt, hatte damals und sorgt auch heute noch für Ernteschäden in Millionenhöhe.

Man wusste von einem resistenten Hybrid, der in Indonesien auf der Insel Timor wächst. Aus der breiteren Genetik von Hybriden, resultieren höhere Widerstände gegenüber klimatischen Veränderungen und Schädlingen, als bei einfachen Arabica-Linien.

Also nahm man lokale Arabicas und kreuzte diese mit dem Hibrido de Timor. Eine weit verbreitete Arabica-Varietät aus Costa Rica, "Villa Sarchi", diente zur Entstehung des Sarchimor.

Weitere HdT-Kreuzungen wie den "Catimor" (HdT x Caturra) und "Cavimor" (HdT x Catuai) konnte man 2018 und 2019 bei uns finden. Wie auch der Sarchimor (HdT x Villa Sarchi) im Jahr 2017, waren alle von unserem Farmer Jacob Mammen aus Indien.

Nun haben wir einen Sarchimor aus Mexiko.

 

Organischer Wachstum auf der Parzelle "Iglesia"

Tomas Edelmann hat uns erzählt, dass der Kaffeerost von 2011 - 2013 in Lateinamerika für 30% - 80% Ernteverlust sorgte. Die Plantage "Chiripa" auf seiner Finca Hamburgo erlitt ebenfalls 50% weniger Ertrag. Daraufhin sah man sich nach einer resistenten Kaffeesorte um. Auf Empfehlung von geschätzten Kaffeebauern aus Guatemala, pflanzte man 2013 den Sarchimor auf Chiripa.

Unsere Ernte kommt von der Parzelle "Iglesia", von der wir die letzten Jahre die Kaffeesorte "Pacamara" bezogen haben und uns dadurch das Terroir von vulkanisch-sandigen Lehmböden und Schatten spendenden Inga- und Zitrus-Bäumen gut bekannt ist.

Der Legende nach soll die Parzelle eine Art heilige Stätte der alten Maya-Götter sein, deshalb heißt sie Iglesia was Kirche auf spanisch bedeutet. Tomas findet es toll, dass seine Farm auch solche Mythen beherbergt.

Vier kleine Bäche fließen durch Iglesia und treffen im Fluss "Cuilco" aufeinander. Dieser verläuft Mitten durch die große Chiripa Plantage und endet im Pazifik. Direkt neben Iglesia findet man auch die Parzelle Huixtla, auf der unser Maragogype wächst.

 

Klimawandel und Zukunft im Kaffeeanbau

Der Klimawandel ist nicht nur auf den ersten Blick eine Gefahr für die Natur. Betrachtet man alte Kaffeepflanzen und Varietäten genauer, so sind diese gar nicht in der Lage sich gegen die teilweise neuen Erkrankungen zu schützen, da sie keine genetische Breite haben.

In der höheren Biodiversität eines Hybrides liegt vermutlich das derzeit größte genetische Potential, um die Kaffeeproduktion an den Klimawandel anzupassen.

Nicht nur gegenüber dem Kaffeerost sind HdT-Kreuzungen widerstandsfähiger, auch gegenüber "Coffee Berry Disease" und anderen Schädlingen weisen sie eine höhere Resistenz auf.

Des weiteren bevorzugen Hibrido de Timor Kaffees keine hohen Lagen, was man hier an der Parzelle auf 800m erkennt.

 

Fehleinschätzung der Spezialitätenkaffee-Szene

Aufgrund der hohen Widerstandsfähigkeit hat man allen Hibrido de Timors und den Kreuzungen zu unrecht ein schlechtes Geschmacksprofil unterstellt. Vorurteile beruhten auf der Annahme eine Kaffeepflanze könne nicht gleichzeitig widerstandsfähig, ertragreich und geschmacklich hochwertig sein.

Das führte dazu, dass sehr wenige Farmen, die sich dem Specialty-Coffee verschreiben, diese Kaffees angebaut haben. So konnten sie auch nie den Weg zu internationalen Verkostungen und Anerkennung finden.

Betrachtet man die genetische Diversifikation, die sich nicht nur im Wachstum der Pflanze, sondern auch im Geschmack widerspiegelt, führt kein Weg daran vorbei, dass HdT-Kreuzungen eine hohe Nachfrage haben werden.

Gerade Varietäten mit afrikanischem Anteil wie "Ruiru-11", welcher bei jeder Barista-Weltmeisterschaft auftaucht oder ein "Centroamerica", der die höchste Punktzahl beim Cup of Excellence 2017 in Nicaragua erreichte und durch alle internationalen Kaffee-Medien als "Neuer Rost-Resistenter Hybrid" ging, sollten stutzig machen, wenn sich jemand negativ gegenüber Timor-Kreuzungen äußert. Einen leckeren Centroamerica haben wir seit Februar 2020 von der Finca La Buena Esperanza im Sortiment.

 

Geschmack

Räumt man mit den erdachten negativen Geschmacksbeschreibungen auf und lässt dem Sarchimor freien Lauf, so erlebt man die volle Vielfalt der Steinfrüchte, die primäre Geschmacksrichtung einer jeden Hibrido de Timor-Kreuzung. Der Anteil vom "Villa Sarchi" lenkt das ganze in eine gelb-orangene Aromatik. 

So haben wir in der dunklen Röstung karamellisierte Aprikosen, leichte Obstler-Noten (vielleicht Marillenbrand), geröstete Mandeln, Zimt, Sternanis und viel Süße.

Bei der hellen Filter-Röstung kitzeln wir ganz saftige Früchte heraus: Nektarine, reife Mango, süß-saure Ananas und etwas brauner Zucker.

 

Ein großes Lob an unseren Farmer, der sich trotz der 120 jährigen Tradition seiner Farm, dazu entschlossen hat diese Ernte nicht als gewaschenen Kaffee aufzubereiten sondern für uns einen trockenen "natural" zu machen. Ein Verfahren welches praktisch nie in Mexiko angewandt wird.

180kg purer Genuss - wir hoffen diese Ernte zumindest bis Dezember 2020 zu haben, aber freuen uns auch über einen früheren Ausverkauf und dann umso mehr auf die nächste Ernte ab dem Frühling 2021 :-)