Santa Maria Norte

Äthiopische Genetik glänzt mit Himbeere & Kakao-Noten, während der Hibrido de Timor saftige Kirschen und Pekannüsse zum fruchtig-cremigen Genuss beifügt.

Santa Maria Norte

KAFFEEFARMER Andres Quintanilla · HERKUNFT El Salvador · KAFFEFARM Finca La Buena Esperanza · PLANTAGE Finca La Palma · PARZELLE Santa Maria Norte · ANBAUHÖHE 1300 m · VARIETÄT Centroamerica · VERARBEITUNG Pulped Natural · BOHNENGRÖßE 16 UP · ERNTEMENGE 540 kg

Um frisch gemahlenen Kaffee zu erhalten, schreiben Sie uns bitte im Notiz-Feld des Bestellprozesses für welche Zubereitung wir den Mahlgrad einstellen sollen. Ansonsten versenden wir die Bestellung als ganze Bohnen.

 

Mittlere Röstung, Centroamerica, Pulped Natural

9,50 €

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Finca La Buena Esperanza, El Salvador

Centroamerica

Bei unserem Freund und Kaffeebauer aus El Salvador, Andres Quintanilla, der im September 2018 in unserer Kaffeerösterei zu Besuch war und über 40 Freunde und Kunden persönlich kennen lernen konnte, finden wir zwei kleine Plantagen. Drei Jahre lang haben wir nur Arabica-Kaffee von seiner Finca La Quintanilla bezogen. Dieses Jahr haben wir uns entschieden auch mal einen Abstecher auf seine zweite Plantage zu machen - Finca La Palma.

 

Mit gutem Grund haben wir zwei Kaffees von der Finca La Palma ausgesucht, denn vor wenigen Jahren hat er sich entschlossen auf dieser Plantage neue Kaffee-Varietäten(Rebsorten) und moderne Anbaumethoden auszuprobieren - mit Erfolg wie wir jetzt wissen!

Der "Santa Maria Norte" ist die aller erste Ernte dieser interessanten Idee und der Kaffee fasziniert gleich durch zwei Neuerungen:

 

Auf der einen Seite haben wir eine komplett neue Varietät, die Andres selbst noch nie auf seiner fast hundertjährigen Farm hatte - den "Centroamerica" (mehr dazu weiter unten).

 

Auf der anderen Seite wagte er sich bei dieser Ernte zum ersten Mal an eine trockene Aufbereitung.

Beim sogenannten "Pulped natural" Verfahren werden die Kaffeekirschen nach dem Pflücken geschält aber nicht gewaschen sondern mit noch anhaftendem Fruchtfleisch getrocknet werden.

Bislang war es für Kaffeebauern aus Zentralamerika eher unüblich so etwas zu machen. Über Generationen gab man ausschließlich die Fertigkeit für nasse Aufbereitungen, sogenannte "Fully Washed" Methoden an seine Nachfolger weiter.

 

Good News: Nicht nur Andres hat damit begonnen, sondern auch die Finca Hamburgo wird in der kommenden Ernte wieder einige Naturals & Pulped Naturals vorbereiten. So viel hat uns Tomas Edelmann beim Besuch im Februar verraten und wir haben uns gleich einen spannenden Kaffee gesichert (hierfür ab Juni in unserem Shop & Social Media ausschau halten, es wird sehr lecker!)

 

Zurück nach El Salvador, wo wir zwei Arabica-Varietäten haben, die den Großteil aller Kaffees aus El Salvador ausmachen: der "Bourbon Tekisic", den wir nun drei Jahre lang vom Andres hatten und der "Pacas", der von der gleichnamigen Familie Pacas entdeckt und so getauft wurde.

Nun haben wir hier die Arabica-Varietät "Centroamerica".

Der Centroamerica ist nicht nur für El Salvador und Andres neu, sondern weltweit eine noch recht wenig verbreitete aber innovative Kreuzung, die Verbesserungen im Kaffeeanbau verspricht. Sie wurde mit dem Ziel entwickelt eines der größten Probleme auf Kaffeeplantagen zu besiegen - den Kaffeeblattrost!

Ein Rostpilz, der seit 1970 von Brasilien aus den gesamten Kontinent befiel. Dieser Kaffeeblatt-Rost(Coffee Leaf Rust) sorgt noch heute für große wirtschaftliche Schäden, indem er bis zu 80% der Pflanzen befällt oder gleich ganze Ernten vernichtet.

 

Das Kreuzen verschiedener Kaffeepflanzen und die daraus entstehende breitere Genetik erweist sich als langfristige Möglichkeit den Kaffeeanbau nachhaltig zu stärken. Mit mehr Widerstandsfähigkeit gegenüber klimatischen Veränderungen und Schädlingen können Pflanzen besser überleben. Solche Verfahren haben wir überall in der Botanik wie zb. bei der am häufigsten angebauten Zitrusfrucht, der Orange, die eine Kreuzung aus Mandarine und Pampelmuse ist.

Beim Centroamerica wurde ein wilder äthiopischer Mokka, der "Rumesudan", mit einem "Hibrido de Timor", einer indonesischen Varietät die sehr hohe Resistenzen gegenüber Kaffeeblattrost aufweist, gekreuzt.

 

Der Centroamerica und weitere Kreuzungen der letzten Jahrzehnte sind in weltweiten Forschungszentren in aller Munde, denn sie können mit ihrer höheren Widerstandsfähigkeit und der breiteren Genetik langfristig dem Kaffeeanbau entschieden gegenüber Schädlingen und beim Klimawandel helfen.

Auch unsere Farmer haben die gleichen Probleme, gerade hat man in Mexiko einige zehntausend Bäume abhacken müssen, weil diese durch einen Frost geschädigt waren und dann unwiderruflich vom Blattrost befallen und zerstört wurden. Es ist für uns als transparente und nachhaltige Kaffeerösterei von großer Bedeutung Möglichkeiten für die Zukunft kennen zu lernen und unseren Kunden anbieten zu können.

 

Leider entstehen Lösungen oft mit wirtschaftlichem Hintergrund, sodass auch der Centroamerica bis heute hartnäckigen Vorurteilen unterliegt und ihm völlig zu unrecht ein langweiliges Geschmacksprofil zugesprochen wird. Das Hauptargument beruft sich auf die hohe Resistenz gegenüber Schädlingen - ein Kaffee könne nicht gleichzeitig widerstandsfähig UND geschmackvoll sein.

Selbst ohne diesen Kaffee zu verkosten, können sich unvoreingenommene Interessenten den faszinierenden Geschmack ausmalen, wenn man bedenkt, dass der Centroamerica zur Hälfte aus einer wilden äthiopischen Varietät besteht, die bekanntlich zu den gefragtesten Kaffees unserer Zeit gehört.

Nachdem wir viele Hibrido de Timor-Kreuzungen probiert und auch schon im Sortiment hatten, können wir Ihnen verraten, dass auch hier die leckeren Steinobst-Noten zu finden sind. Genetisch bieten Hibrido de Timor-Kaffees eine Bandbreite an Steinfrüchten wie Pfirsich, Aprikose, Pflaume, Kirsche uvm.

Spätestens seit dem Cup of Excellence 2017 (jährliche Wertschätzung und Preisverleihung für nationale Kaffees in den jeweiligen Ländern), wo ein Kaffeebauer mit einem Centroamerica 90,5 Punkte in Nicaragua abgeräumt hat (alles ab 90 gilt als unfassbar selten und unvergleichbar hochwertig), wird diese Rebsorte ihren Durchbruch erlangt haben.

 

 

Rust-Resistant Coffee Variety Scores 90.5 Points in Nicaragua CoE

 

Vermutlich werden wir in den nächsten Jahren einen Anstieg dieser Varietät bei Produzenten aus Honduras, Nicaragua, El Salvador und Guatemala beobachten und dann auch in vielen Kaffeeröstereien begegnen. 

Bis dahin bleiben wir gerne avantgardistisch und möchten euch jetzt schon unsere facettenreiche und für so viele Kaffeegetränke geeignete Medium-Light Röstung vorstellen.

Als Espresso oder Filterkaffee weist das Geschmacksprofil Kakao-Noten auf, die von einer süß-sauren Himbeer-Kirsch Kombination ergänzt und durch cremige, geröstete Pekannüsse abgerundet werden. Sowohl pur als auch mit Milch ein Genuss.