Liberica

Der Liberica verfügt über die komplexesten Aromen aller Kaffeearten und hat die höchste Süße. Wer zum ersten Mal Liberica probiert erlebt einen vollkommen neuen Kaffeegeschmack. Wir haben es geschafft die ersten 60kg dieser seltenen Art auf Specialty-Niveau zu kriegen.

Liberica

KAFFEEFARMER Jacob Mammen · HERKUNFT Indien · KAFFEFARM Badra Estates · PLANTAGE Balehonnur · PARZELLE Balehonnur-5 · ANBAUHÖHE 900 m · VARIETÄT Liberica · VERARBEITUNG Fully Washed · BOHNENGRÖßE 14up · ERNTEMENGE 60 kg

Um frisch gemahlenen Kaffee zu erhalten, schreiben Sie uns bitte im Notiz-Feld des Bestellprozesses für welche Zubereitung wir den Mahlgrad einstellen sollen. Ansonsten versenden wir die Bestellung als ganze Bohnen.

 

Liberica, Fully Washed

13,90 €

55,60 € / kg
  • 0,25 kg
  • Verfügbar
  • 4 - 5 Werktage Lieferzeit1

Liberica

Die zwei bekanntesten Coffea Pflanzen "Arabica" und "Canephora" (Robusta), machen gemeinsam über 95% der weltweiten Kaffees aus. Unsere geschmackliche Vorstellung von Kaffee wird also nur durch zwei Kaffeearten definiert, aber was ist mit den anderen?

Gattung Coffea

Über 125 verschiedene Kaffeearten sind uns heute bekannt. Wie bei vielen anderen Pflanzen, sind die meisten irgendwann ausgestorben oder unauffindbar.

Kaffeepflanzen der Art "Arabica" konnten sich am besten durchsetzen und machen heute über 65% aller Kaffees, die weltweit geerntet werden, aus. Wir finden diese auf allen drei großen Kaffee-Kontinenten: Südamerika, Afrika und Asien.

Mit großem Abschlag aber dann doch an zweiter Stelle ist die Art mit dem Namen "Canephora", die wir aber leider seit Jahrzehnten fälschlich als "Robusta" bezeichnen. Wer sich auch nur ein wenig mit der Diversifikation der Kaffeepflanze beschäftigt, weiß, dass Robusta eine Varietät (bei Wein: Rebsorte) des Canephora ist. Canephoras machen das Land Vietnam zum zweitgrößten Produzent der Welt. In Indien machen diese die Hälfte aller Kaffees aus und sind auch in Zentralafrika und in Brasilien zu finden.

Wir, sowie andere Kaffeeunternehmen weltweit, arbeiten seit Jahren daran diese Begriffsstutzigkeit, die bis in die höchsten "Experten"-Kreise geht, aufzuklären. Ein Weinkenner meint ja auch nicht ausschließlich Merlot, wenn er über Rotweine spricht.

Coffea Liberica, der süßeste Kaffee der Welt

Mit nur einem Prozent Weltanteil, hat die Art "Liberica" schlechte Karten um in aller Munde zu sein.

Während jede Kaffeeart ihre eigene Charakteristik hat, punkten die Liberica Kaffeepflanzen mit dem höchsten Zuckergehalt.

Betrachten wir unsere fünf Geschmacksnoten, dann dürfte bei Genussmitteln, wie Wein und Kaffee, die Süße wohl der gefragteste Geschmack sein. Wieso schafft es also ein solch süßer Kaffee nicht an die Weltspitze?

Hierfür gibt es mehrere Gründe:

Liberica Pflanzen wachsen bis zu 15m hoch und erschweren damit das Pflücken. Für die Weltwirtschaft "akzeptable" Kaffees wachsen um die zwei Meter. Libericas werden also oft nur als Schattenbäume verwendet und die Kirschen als süße Vergütung den Pflückern überlassen.

Auf der anderen Seite sind wir nicht die einzigen, die Süße mögen. Viele Schädlinge des Kaffeeanbaus, wie der "Broca-Käfer" werden von der Süße der Liberica Bäume angelockt, sodass die Kaffeebauern diese Bäume lieber an den äußeren Rändern und nicht im Kern der Plantage haben.

Ein trauriges Schicksal welches Liberica Bäumen den Spitznamen "Sacrifice Tree" oder "Broca Hotel" beschert.

Vom äußeren Rand der Plantage bis hin zum Trocknungshof ist der Weg recht weit. Hier ist der hohe Zuckergehalt ein Hindernis, denn dieser beginnt sofort mit der Fermentation. Wenn wir Libericas nicht schnell genug verarbeiten, wir sprechen hier von höchstens 30 Minuten, dann führt das dazu, dass der Kaffee Fehlaromen durch die Fermentation erhält und nicht mehr gut schmeckt.

All dieses Wissen ist nicht leicht zu kommerzialisieren. Zumal Liberica-Bäume gegenüber Nematoden hohen Schutz aufweisen und so keine strategisch guten Partner für Dünger-Verkäufer sind.

Aus diesen Gründen schaffen es Libericas nie in die Hände von guten Rohkaffeehändlern oder tauchen bei Wettbewerben auf, um von einer fachkundigen Jury bewertet zu werden. Somit auch nie in den Weltmarkt. Bislang...

Positive Effekte des direkten Handels

"Wenn niemand danach fragt, macht es der Bauer auch nicht" - so könnte man viele Dinge in der Agrarkultur erklären, die dazu führen, dass wir eine immer engere Auswahl an Lebensmitteln haben, ohne wirklich in die Natur und Geschichte zu blicken, um geschmackliche Überraschungen zu erleben.

Glücklicherweise entwickelt sich die moderne Kaffeeszene immer mehr zu einer Gesellschaft von Konsumenten, Baristi, Röstern und Unternehmern, die sich wünschen noch mehr Kaffeevielfalt probieren zu können.

Wir haben es geschafft unseren Farmer Jacob Mammen von den Badra Estates dazu zu bewegen, seine Liberica Pflanzen sinnvoll aufzubereiten und leckeren Kaffee daraus zu machen.

Um den schnellen Abbau des hohen Zuckergehalts zu verhindern, wird ein Team speziell nur für diese Ernte gebildet, damit sie nach dem Pflücken so schnell wie möglich die Kaffeekirschen zu den Trocknungshöfen und Pulperanlagen bringen. Der hohe Zuckergehalt muss kontrolliert werden und wir dürfen nicht zulassen, dass dieser fermentiert.

Geschmack und Zukunft dieser einzigartigen Art

In Zeiten des Klimawandels versucht die Agrarwissenschaft Möglichkeiten zu finden, um uns noch weitere Jahrzehnte mit Kaffee zu versorgen. Während Kreuzungen mit hochwiderstandsfähigen Kaffees wie bei unserem Sarchimor eine Möglichkeit sind, so bedeutet Zucker für jedes Lebewesen immer auch Energie. Zuzüglich sind Libericas immun gegenüber Kaffeeblattrost, widerstandfähiger gegenüber Nematoden und haben weitere "Überlebensvorteile".

Aufgrund dessen arbeiten Kollegen im indonesischen Raum, wo der Liberica den Großteil der Kaffees ausmacht, so wie bei uns Arabica, daran, die Vielfalt dieser Art kennen zu lernen. Während wir jetzt im Westen überhaupt an die ersten Libericas von unserer indischen Plantage kommen, haben unsere Freunde auf Malaysia bereits spannende Wildformen entdeckt wie den "Yellow Liberica", der total wie ein Maracujasaft schmeckt.

Der Liberica verfügt über die komplexesten Aromen aller Kaffeearten. So können wir uns auch bei unserer Röstung nicht entscheiden, ob durch die schokoladig karamellige Note unsere Geschmackserwartung eher in Südamerika anzusiedeln ist, oder ob der fruchtig, beerige Geschmack dann doch an Kaffees aus Ostafrika erinnert. Als Filter gebrüht landet dann ein Kräuter-Früchtetee mit Mango in der Tasse.

Findet es selbst heraus! Wir wünschen viel Vergnügen mit einem der süßesten und seltensten Kaffeeerlebnisse der Welt. 

Badra Estates, Indien